Monat: November 2017

Nürnberg Altstadt

Nachdem ich jetzt schon 2 /1/2 Wochen beruflich in Nürnberg bin, musste ich heute bei dem schönen Wetter mal in die Altstadt und ein paar Postkartenfotos schießen.

Ein guter Platz zum Start in die Altstadt ist die U-Bahnstation Lorenz Kirche. Von dort aus ist man ganz schnell in der Haupt-Einkaufsstraße und an der gleichnamigen Kirche.

Bald darauf überquert man, wenn man zur Burg möchte, die Pegnitz. Hier bietet sich ein schöner Blick in die Stadt.

Weiter durch die Altstadt geht es etwas aufwärts und nach 10-15 Minuten ist man am Fuß der Burg. Hier beten sich Felsen als ideale Klettermöglichkeit für Kinder an, was auch gerne genutzt wird.

Weiter geht es aufwärts zum Eingang der Burg.

Das Gelände der Burg ist sehr weitläufig. Überall stößt man auf historische Gebäude.

Der Weg zurück in die Altstadt führt an wunderschönen Fachwerkhäusern vorbei.

Sehenswert ist auch die Sebalduskirche, die im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört- und danach fast originalgetreu wieder aufgebaut wurde.

Das soll es für heute gewesen sein. Wenn Ihr Tipps für schöne Sehenswürdigkeiten habt, dann meldet Euch bei mir. Vielleicht wird ja ein Blogpost daraus.

Alternativen zur Adobe Creative Cloud für Fotografen

Ein paar einleitende Worte

Ich habe mich ja schon in einem früheren Artikel zum Teil kritisch mit Adobe und seinem Abo-Modell auseinandergesetzt. Das letzte Release von Lightroom CC und Lightroom Classic CC hat bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht. Lightroom gibts jetzt nur noch zur Miete. Das bedeutet, wenn ich mit meinen Bildern arbeiten will, muss ich dauerhaft an Adobe zahlen. eine Kaufversion von Lightroom wird nicht mehr angeboten. Das ich damit für den Rest meines Fotografenlebens auf Gedeih und Verderb Adobe ausgeliefert bin, scheint beabsichtigt zu sein. Zahlende Kunden, sind gute Kunden.

Der nächste Schritt wird mit Lightroom CC, welches als „Die Zukunft der Fotografie“ von Adobe gepusht wird (in Wirklichkeit aber nur Stückwerk ist), schon vorbereitet: Man ist nicht nur an ein Abo-Modell gebunden, sondern auch alle Bilder und der Katalog liegen in der Cloud – und für den Speicherplatz zahlt man monatlich (eine Kopie des Katalogs befindet sich noch auf dem lokalen Rechner). Mal abgesehen davon, dass dies bei professioneller Fotografie, wo pro Woche schon mal mehrere tausend Bilder anfallen können, ein finanzieller Selbstmord wäre, will ich gar nicht, dass z.B. Bilder, mit teils auch mit sensiblen Inhalten, in einer Cloud liegen, bei der ich keinerlei Kontrolle darüber habe, wer alles Zugriff darauf hat. Ich nenne hier nur mal das Thema Aktfotografie als Beispiel. Klar ist, dass Adobe mit KI-Algorithmen die Bilder im Hintergrund verschlagwortet, sich also meinen gesamten Bildbestand anschaut. Wenn das eine Maschine kann, dann kann das mindestens auch der Administrator des Systems. Verkauft wird das alles als Arbeitserleichterung für den Fotografen, was ja auch stimmt. Aber wer hindert Adobe eigentlich daran, solche KI-Funktionen auf dem lokalen Rechner zu implementieren? Sowas läuft heute schon auf jedem besseren Smartphone.Ein Viertel der Festplatte meines Rechners wird standardmäßig als Cache von Lightroom CC verwendet. Der Rest liegt in der Cloud. Was das für die Arbeitsgeschwingdigkeit bei großen Projekten bedeutet, dann sich wohl jeder vorstellen. Mobiles Arbeiten kann man dann praktisch ganz vergessen, wenn man keine unlimitierte Datenflat- (in Deutschland wohl eher die Ausnahme) und eine super Internetverbindung hat.Im Verkäufer-Jargon nennt man so etwas Kundenbindung. Ich nenne das Knebelung oder besser noch moderne Sklaverei. Adobe ist ein leuchtendes Beispiel für kapitalistische Profitgier, frei von allen ethischen Einschränkungen. Solche Firmen kann man am besten stoppen, wenn man sie da trifft, wo es ihnen am meisten weh tut: Nichts mehr von denen kaufen. Also: Finger weg von Adobe!

Zum Glück gibt es Alternativen zu Adobe, auf die ich hier anhand meines eigenen fotografischen Workflows eingehen möchte.

Mein fotografischer Workflow ohne Adobe-Software

Meine RAW-Fotos importiere ich in Capture One. Wenn ich unterwegs bin und nur einen iPad zur Verfügung habe, landen meine RAW-Fotos dort und werden von der App PhotoSync über WebDAV auf mein NAS zu Hause übertragen und automatisch auf meinem iPad gelöscht. Damit habe ich eine Datensicherung unterwegs und spare Speicherplatz auf meinem iPad. Ich übertrage die Dateien in ein privates Verzeichnis meiner Synology Photostation. Damit habe ich auch unterwegs immer einen Katalog meiner Bilder auf iPad und iPhone, denn die Synology Photostation erstellt Vorschauen der RAW-Photos.

Da Capture One noch nicht meine Olympus E-PL8 unterstützt, konvertiere ich diese RAW-Dateien mit dem kostenlosen Adobe DNG-Konverter in das DNG-Format. Damit kann dann auch Capture One umgehen.

Grundsätzlich finden sich alle meine RAW-Dateien in Capture One wieder und werden dort entwickelt. Wenn ich unterwegs RAW-Dateien entwickeln muss (z.B. Für meinen Blog), mache ich das auf dem iPad mit Affinity Photo oder auf meinem iPhone mit Snapseed.

Alle fertig bearbeiteten Fotos werden als JPG zur Synology Photostation exportiert. So habe ich die Bilder immer dabei. Auch die RAW-Fotos, die ich aus Performancegründen zum Entwickeln auf einer externen SSD habe, werden nach der Bearbeitung auf mein NAS in die Photostation verschoben. So habe ich die RAW’s und die fertigen Bilder immer und überall zur Verfügung. Mein Capture One-Katalog liegt auf meinem Notebook.

Meine Alternative zu Photoshop ist Affinity Photo, welches für Mac und Windows angeboten wird. Für den Fotografen bietet diese Software alles, was man benötigt. Das geht bei der RAW-Entwicklung los, geht über HDR, Panorama und Focusstacking bis hin zu den von Photoshop bekannten Werkzeugen für Korrektur, Retusche und Bildmanipulation. Ich habe für meine Arbeit bisher noch kein Tool aus Photoshop wirklich vermisst. Affinity Photo kann auch als Anwendung in Capture One eingebunden werden, sodass bearbeitete Fotos als Variante in der Capture One-Bibliothek vorhanden sind. Zudem ist es im Vergleich zu Photoshop unschlagbar günstig.Noch ein Wort zur Veröffentlichung der Bilder. Auch hier bietet Adobe einiges an Software und Webdiensten an. Ich habe die beste Erfahrung mit WordPress gemacht. Damit kann ich meine Website auf meinem Mac, iPad und selbst auf meinem iPhone pflegen und bin völlig frei von einem Abo-Zwang. WordPress wird von vielen Internetprovidern unterstützt und läuft auch auf den verschiedensten NAS-Systemen, kann also auch selbst gehostet werden. WordPress ist modular und um Lichtjahre den Adobe-Produkten „Portfolio“ oder Spark voraus.

Fazit

Um einen professionellen Fotoworkflow ohne Abo-Zwang realisieren zu können, der auch dem Anspruch einer mobilen Arbeitsweise Rechnung trägt, gibt es mit Affinity Photo und Capture One, sowie einem NAS-System, eine echte Alternative. Was fehlt, ist die Synchronisierung eines Kataloges auf ein mobiles Gerät. Hier habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass für professionelle Aufträge ein iPad auf Grund seines begrenzten Speichers ohnehin keine Alternative zum Notebook ist. Hier kann dann Capture One mit einigen Funktionen einspringen, die für mobiles Arbeiten auf einem Notebook wirklich genial sind.

Der Zugriff auf alle entwickelte Bilder und die RAW-Dateien kann über ein NAS-System erfolgen, welches zusätzlich, wenn mehrere Platten genutzt werden, für Datensicherheit sorgt.

Also: Software von Adobe ist für Fotografen verzichtbar! Es geht auch im professionellen Umfeld ohne Adobe und Abo-Zwang.

Produktfotografie (Fashion)

Für die meisten ist das Thema Produktfotografie eher unspannend. Aber in Zeiten von unzähligen Internetshops, die alle Bilder von ihren Produkten brauchen, lässt sich hiermit einiges Geld verdienen. Klar macht es viel mehr Spaß, mit Menschen zu arbeiten, als mit toten Gegenständen. Aber auch in der Produktfotografie gibt es einige Herausforderungen zu meistern.

Die Bilder auf dieser Seite stammen von einem Shooting für einen Onlineshop, bei dem es vor allen Dingen um sportliche Kleidung für junge Leute geht. Aufgabe war, an einer Puppe zu fotografieren. Ich hatte nicht viel Zeit zur Verfügung und musste ca. 200 Kleidungsstücke für Damen und Herren fotografieren. Mir stand ein Assistent zur Seite, der beim An- und Auskleiden der Puppe geholfen hat. So ein Assistent ist bei diesem Thema immer ein riesiger Gewinn. Oft müssen die Bilder mit Produktnummern versehen werden, was der Assistent direkt in der Bildverwaltung oder einer Tabelle, die man schon vorher erstellt hat tun kann.

Für die Beinkleider hatten wir keine freistehende Puppe. Auch hier war mein Assistent eine große Hilfe.

Der Arm auf dem Bild ist dabei kein Problem. weil die Bilder ohnehin freigestellt wurden.

Eine Herausforderung war die Darstellung des Materials. Für Detailaufnahmen war keine Zeit. Für den flauschigen Hoodie habe ich deshalb mit einem Streiflicht gearbeitet, damit die Struktur des Stoffes besser sichtbar wird.

Vorher war noch der Einsatz einer Fusselrolle dringend angeraten, die man ohnehin immer dabei haben sollte, wenn man Kleidung fotografiert oder mit bekleideten Models arbeitet. Um einen sauberen weißen Hintergrund zu erhalten, habe ich diesen mit einem separaten Blitz ausgeleuchtet. Dies erleichtert später das Freistellen, wenn es klare Kontraste zwischen Produkt und Hintergrund gibt. Ansonsten kamen eine große Softbox von frontal, schräg oben und zwei Blitze von (sehr) schräg vorn zum Einsatz, um den Hoodie auszuleuchten und das Material gut sichtbar zu machen.

Es hat einige Zeit gedauert, bis der Faltenwurf der Kleidung an der Puppe halbwegs symmetrisch war. Eng anliegende Kleidungsstücke sind da einfacher, wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist.

Freigestellt wirkt das gleiche Shirt dann viel plastischer:

Alle hier gezeigten Bilder habe ich mit einem 50mm-Objektiv fotografiert, da diese Brennweite bei einer Vollformatkamera ungefähr der Sichtweise des menschlichen Auges entspricht. Alle Bilder sind mit Blende 16 fotografiert worden, um eine möglichst durchgängige Tiefenschärfe zu erhalten.

Problematisch war bei einigen Kleidungsstücken der Weißabgleich. Den habe ich in der Kamera schon mal auf Blitzlicht gestellt. Bei sehr farbigen Artikeln (vor allen Dingen bei viel rot) ist aber ein nachträglicher Weißabgleich am Rechner nötig gewesen. Hier ist es es immer hilfreich, das fotografierte Produkt bei der Bearbeitung vorrätig zu haben, um eine möglichst originalgetreue Farbgestaltung zu generieren. Am Ende will ja der Kunde etwas kaufen, was exakt, wie auf dem Foto auf der Shop-Website aussieht. Gerade bei Kleidung ist das ein ganz wichtiges Thema.

Das soll es für heute gewesen sein. Wenn Ihr einen Onlineshop habt, kann ich Euch gerne bei der Erstellung von Bildern dafür unterstützen. Ruft mich unter 0151/29131596 an oder schriebt mir eine Mail. Ihr könnt auch das Kontaktformular auf dieser Website benutzen.

 

Bühnenfotografie

Letztes Wochenende war wieder ein Impro-Theater-Workshop in der Akademie Reuschberg. Natürlich habe ich Fotos gemacht, was der Anlass ist, hier mal darüber zu schreiben.

Die Fotografie auf oder vor der Bühne ist eine echte Herausforderung. Die Kontraste zwischen Hell und Dunkel (Dynamikumfang) sind extrem. Dazu kommt, dass sich die Darsteller auf der Bühne oft sehr schnell bewegen. Im Improtheater kommt erschwerend hinzu, dass absolut nicht vorhersehbar ist, was als nächstes passiert. Die Bühne wird mit verschiedenenfarbigem Licht aus den unterschiedlichsten Lichtquellen beleuchtet, was einen automatischen Weißabgleich praktisch unmöglich macht. Bunte Vorhänge, Hintergründe und Kostüme gestalten die Farbgestaltung des Fotos noch schwieriger. Eine Menge Herausforderungen also, die oft ganz schnell gemeistert werden müssen.

Aber Eins nach dem Anderen. Zuerst mal zum Licht: Da sich das Licht auf der Bühne schnell und in Extremen ändert (Farbe und Helligkeit), arbeite ich oft mit der Programm- oder der Zeitautomatik. Oft stelle ich auch Belichtungszeit und Blende fest ein und fotografiere mit der ISO-Automatik. Dies setzt aber eine Kamera mit einem sehr guten Rauschverhalten voraus. Mit einer Canon EOS 5D Mark IV ist das aber meist kein Problem. Ein lichtstarkes Objektiv ist natürlich auch sehr von Nutzen. Hier muss man aber aufpassen, dass die Tiefenschärfe nicht zu klein wird. Unter eine Blende von 2.8 sollte man eher nicht gehen, wenn sich mehrere Personen auf der Bühne befinden. Für eine manuelle Belichtung bleibt kaum Zeit. Aber ich korrigiere oft nach, wenn klar ist, dass der Belichtungsmesser der Kamera keine richtigen Werte zeigt. Je nach Motiv arbeite ich mit mittenbetonter- oder Punktmessung.

Bei diesem Bild hatte ich es mit extremen Lichtverhältnissen zu tun. Der Schauspieler liegt mit einem hellen T-Shirt direkt vor einem Halogen-Spotlight und die Schauspielerin links ist ganz dunkel gekleidet und befindet sich im Schatten. Bei diesem Foto habe ich eine Blende unterbelichtet und dann in Capture One die Schatten aufgehellt und die Highlights reduziert. So konnte ich fast alle Tonwerte erhalten.  Das Bild wurde mit 1/125 s und f3.2 bei ISO 640 aufgenommen.

Für schnelle Bewegungen auf der Bühne gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man wählt eine sehr kurze Belichtungszeit, die man über den ISO-Wert und die Blende wieder ausgleichen muss oder man stellt die Bewegung bewusst unscharf dar, um die Geschwindigkeit zu zeigen, wie auf dem Bild von der fliegenden Fee gut zu sehen ist.

Dieses Foto wurde bei ISO 200 mit 1/125s und f2.8 fotografiert.

Für den Weißabgleich habe ich hier die Bluse genutzt und dann die Farben noch etwas wärmer gemacht, weil das mehr zum Ambiente gepasst hat.

Es ist immer sinnvoll, mehrere lichtstarke Objektive dabei zu haben. Im Idealfall auf mehreren Kameras. Damit kann man ganz schnell auf unterschiedliche Szenen reagieren, denn auf der Bühne ist ein verpasster Moment unwiederbringlich verloren. Nahaufnahmen zeigen die Schauspieler mit ihrer ganzen Mimik und Gestik, was sehr reizvoll sein kann.

Aber auch Bilder der gesamten Bühne können sehr schön sein. Vor allem, wenn sich viele Schauspieler voll kostümiert präsentieren und die ganze Szene dargestellt werden soll.

Als sehr praktisch haben sich für mich eine 50 mm und eine 85 mm Festbrennweite auf zwei verschiedenen Kameras herausgestellt. Wenn man weiter von der Bühne entfernt ist, kann auch ein lichtstarkes 200er Tele sehr praktisch sein.

Ich hoffe, dass ich Euch ein paar Anregungen für die Fotografie auf der Bühne oder bei Events geben konnte. Gerne fotografiere ich auch für Euch bei Eurem ganz persönlichen Event. Schreibt mir einfach eine Nachricht auf dieser Website oder sendet eine E-Mail an info@gerd-gruhn-fotografie.de.

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