Ein Sommer mit Sportograf

Nicht alles läuft immer, wie geplant. Auch dieses Jahr sind die Abibälle ausgefallen und die Hochzeiten sind nur langsam angelaufen. Zumindest durften im Sommer wieder Sportveranstaltungen stattfinden.

Um trotzdem noch genug Fotoaufträge zu bekommen, hatte ich vor ziemlich genau einem Jahr bei sportograf.com meine Mitarbeit angeboten. Auf einen Test-Event folgte erst einmal langes Schweigen, weil keine Sport-Großveranstaltungen stattfinden durften. Aber im Juli bin es dann gleich los. Und zwar mit einem Auftrag in Finnland, der Saimaa Cycling Tour in einer wunderschönen Landschaft.

Was ganz entspannt begonnen hatte, entpuppte sich bald als eine fotografische und körperliche Herausforderung.

Das Radrennen begann um 19:00 und endete am nächsten Tag um 15:00. Also 21 Stunden fotografieren ohne Pause. Zum Equipment gehörte eine Lichtschranke, die kombiniert mit ferngesteuerten Blitzen Bilder bei Nacht machen sollte und eine Handkamera mit Tele. Also gleich das volle Programm.

Mein erster Spot war an einer kleinen Straße, die zwischen einem Wald und einem See verlief. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Mücken gesehen. Die Luft war von einem lauten Summen erfüllt.

Das richtige Licht zu finden, war die größte Herausforderung. Im Sommer wird es in Finnland Nachts nicht richtig dunkel und jede halbe Stunde musste nachjustiert werden. Automatische Kamera- und Blitzprogramme sind damit gar nicht klar gekommen.

Nach dem ersten Spot ging es im Morgengrauen in die Stadt unter eine alte Brücke. Dort konnte ich die Fahrer frontal fotografieren. Das Resultat waren wirklich tolle Bilder.

Um in der dunklen Umgebung die Fahrer mit ausreichend Kontrast auszuleuchten, habe ich mit einem Remote-Blitz von der Seite gearbeitet.

Nach dem Radrennen in Finnland gab es noch weitere Rennen in Schweden und Deutschland. Allesamt Einsätze, bei denen bis zu 36 Stunden am Stück fotografiert wurde und jedes Mal Tausende Bilder entstanden sind.

Einweiteres Highlight waren die XLETIKS und Muddy Angel-Events. Das sind Hindernisläufe. XLETIKS ist für Männer und Frauen konzipiert und Muddy Angel nur für Frauen.

Diese Events waren jedes Mal eine echte Herausforderung für das Material, denn dabei gibt es immer viel Wasser, Schlamm und Staub. Eine entsprechend geschützte Kamera ist dabei Pflicht. Aber es macht auch total Spaß, dort zu fotografieren, weil die Stimmung einfach phantastisch ist.

Und weil das alles noch nicht genug ist, gab es dann noch eine ganze Reihe an Läufen, die zwar nicht so spannend zu fotografieren sind, die aber oft an richtig spannenden Orten stattfanden.

Fotografiert habe ich fast immer mit einer Canon EOS 5D Mark IV. Ich liebe dieses Teil, weil es eine Kamera ist, die richtig tolle Bilder macht und auch die widrigsten Umstände überlebt. Dazu kamen noch drei große Canon-Blitze, ein Monopod, ein Dreibein und ein ganzer Sack flexibler Stative für Blitze und Lichtschranken. An Objektiven habe ich fast alles genutzt, was verfügbar war: Vom 600’er Tele bis zum Weitwinkel war alles dabei. Also jedes Mal ein ganzer Sack Ausrüstung.

Von Juli bis Oktober war ich jedes Wochenende unterwegs und habe wirklich viel gesehen und erlebt. Aber es war auch teilweise richtig hart.

Die nächsten Blogs kommen dann von den kanarischen Inseln, wo wir unseren Urlaub verbringen werden. Dort werde ich einen Selbstversuch mit minimaler Fotoausrüstung machen. Das wird spannend. Bleibt also dran.

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