Monat: März 2018

Fotografieren in Indien – Tipps und Tricks

Das ist jetzt mein letzter Beitrag zum Thema Indien 2018. Wie angekündigt, gibt es jetzt keine Bilder, sondern einige Tipps und Tricks.

Gesundheit

Zu allererst: Achtet auf Eure Gesundheit!!! Ich selbst habe eine einzige Unvorsichtigkeit in Indien mit wochenlangem Unwohlsein und einem langen Krankenhausaufenthalt in Deutschland bezahlt. Die Grundregeln sind:

  • Eßt keine tierischen Produkte und auch keine Eier wegen der Salmonellen- und Typhusgefahr. Auf Grund der allgegenwärtigen Resistenzen helfen auch Typhus-Impfungen nur eingeschränkt.
  • Eßt kein frisches Gemüse, denn das wird oft mit menschlichen Fäkalien gedüngt. Ideal für die Übertragung von Infektionen und Parasiten.
  • Trinkt nur aus geschlossenen Verpackungen.
  • Putzt Euch die Zähne nur mit Mineralwasser aus geschlossenen Flaschen.
  • Trinkt keine Getränke mit Eiswürfeln.

Wenn Ihr das beherzigt, dann habt Ihr eigentlich nichts zu befürchten.

Unterkünfte

Bei Hotels sollte man sehr genau hinschauen. Vor allen Dingen in großen Städten. Die Preise sind vergleichsweise hoch und die Qualität dafür niedrig. Ab umgerechnet 50 € pro Nacht wird es dann langsam besser.

Die besten Erfahrungen haben wir mit AirBnB gemacht. Die Unterkünfte waren durchweg sauber und großzügig und die Gastgeber immer sehr freundlich und hilfsbereit. Dazu waren die Unterkünfte vergleichsweise viel günstiger als die Hotels.

Fotoausrüstung

Als sehr praktisch hat sich mein handgepäcktauglicher Fotokoffer erwiesen. Obwohl er viel schwerer war, als erlaubt, gab es nie Probleme bei der Abfertigung am Flughafen. Auch das Ein- und Auspacken aller Einzelteile bei der Abfertigung geht sehr schnell von der Hand. Für Unternehmungen vor Ort kann man sich dann noch einen kleinen Fotorucksack oder eine Tasche zum Umhängen mitnehmen.

Auch wenn eine große Kamera und große Objektive für hochwertige Bilder sorgen: Für die Reise sind sie ungeeignet. Es sei denn, Ihr habt einen Assistenten dabei, der beim Tragen hilft.

Viel besser macht sich eine kleine Systemkamera mit hochwertigen Objektiven. Hier reichen eigentlich drei Optiken, um alles abzudecken:

  • Ein Normal-Zoom,
  • ein Tele-Zom und
  • ein Weitwinkel-Zoom.

Wer Makroaufnahmen machen will, kann auch noch ein Makroobjektiv einpacken. Von den sogenannten Reisezooms halte ich gar nichts. Die Bildqualität ist auch bei teuren Modellen eher bescheiden. Auf Grund der schlechten Lichtstärke sind die Möglichkeiten zur Bildgestaltung stark eingeschränkt.

Ebenso sollte immer ein kleiner Blitz zum Aufhellen bei Gegenlicht und und für die Nacht dabei sein. Eine leichtes Reisestativ aus Carbon ist immer eine Empfehlung wert.

Ganz wichtig: Tücher aus Mikrofaser und ein Blasebalg zum Reinigen von Objektiven und Sensor.

Computer und sonstige Technik

Die wichtigste Regel: Alle Daten doppelt oder dreifach und an verschiedenen Orten aufbewahren. Am Ende des Tages importiere ich meine Daten immer auf eine SSD oder Festplatte. Eine zweite Festplatte dient der Datensicherung. Ich benutze dafür am Mac TimeMachine.

Mein neues MacBook mit i7-Prozessor hat sich auf der Reise wunderbar bewährt. Es wiegt fast nichts und ist trotzdem ein vollwertiger Computer auf dem sowohl Lightroom als auch Capture One flüssig laufen. Apropos RAW-Converter: Apple Fotos wird zwar langsam erwachsen, ist aber lustigerweise auf einem MacBook nicht zu gebrauchen. Die Performance ist unterirdisch und Abstürze sind an der Tagesordnung.

Clouddienste kann man komplett vergessen. Meist ist nur ein WLAN auf Mobilfunkbasis vorhanden, was man sich mit vielen Leuten teilen muss. Die dabei verfügbare Bandbreite lastet man mit den Fotos eines Tages für mehrere Tage komplett aus. Permanente Verbindungsabbrüche sind an der Tagesordnung. Besser ist es, alles lokal zu speichern und zu Hause in die Cloud zu laden.

Thema Stromversorgung: Meine ganze Stromversorgung läuft über USB. Das hat viele Vorteile:

  • Ich brauche nur ein Ladegerät für Notebook und Fotoausrüstung.
  • Ich kann bei Stromausfällen über Powerbanks weiter arbeiten.
  • Ich benötige nur eine Steckdose.
  • Powerbanks kann ich bei längeren Stromausfällen über en faltbares Solarpanel aufladen.

Tipps zum Fotografieren

Das Licht in Indien ist nur sehr schwer zu beherrschen. Man hat mit einem extremen Dynamikumfang, harten Lichtern und harten Schatten zu kämpfen. Eine Möglichkeit ist, dass harte Licht zur Bildgestaltung zu nutzen.

Ein kleiner Aufhellblitz sollte immer auf der Kamera stecken, weil Gesichter sonst regelmäßig zu dunkel geraten.

Eine andere Möglichkeit ist es, die frühen Morgenstunden oder die Zeit kurz vor und nach Sonnenuntergang zu nutzen. Da wir uns in Indien aber sehr nah am Äquator befinden, bleibt da nicht viel Zeit.

Ein weiteres Thema ist vor allem in Städten der allgegenwärtige Smog. Ein Polfilter schafft etwas Abhilfe. Doch auch hier kann frühes Aufstehen helfen.

Wer gern Menschen fotografiert, ist in Indien genau richtig. Kaum einer hat etwas dagegen, fotografiert zu werden. Oft wird man sogar nach einem Foto gefragt. Frauen sind oft etwas zurückhaltender. Aber eine freundliche Bitte wird auch hier nur selten ausgeschlagen.

Indien ist staubig. Das merkt man spätestens dann, wenn man das erste Mal ein Objektiv gewechselt hat. Die ständige Reinigung von Sensor und Spiegel mit einem Blasebalg ist Pflicht. Ansonsten hat man im Nachhinein viel Arbeit, die entstandenen Sensorflecken von den Bildern zu entfernen.

Red Fort, Delhi

Wir sind an der letzten Station unserer Reise angekommen, wobei sich das Ankommen etwas schwierig gestaltet hat.

Die Portiers unseres Hotels in Delhi mussten erstmal ihre Wichtigkeit demonstrieren und mit einer Mischung aus Inkompetenz und Desinteresse unser Checkin verzögern. Als wir dann in unserer Zimmer kamen, sind wir fast wieder rückwärts rausgefallen. Es gab buchstäblich nichts, was nicht dreckig war. Vom Bad angefangen über das Bett bis zu den Wänden. Über das Bett, auf dem noch die Haare unserer Vorgänger lagen, krochen kleine Insekten. Blanke Stromleitungen hingen frei im Raum herum. So etwas habe ich echt noch nie erlebt. In keinem Land. Im Gegensatz dazu waren unsere AirBnB-Unterkünfte die reinsten Luxussuiten. Also Finger weg vom Shyam Palace in Pahar Gangj. Ein schlimmeres Rattenloch ist kaum vorstellbar. Mir stellt sich nur die Frage, warum booking.com so ein Rattenloch überhaupt anbietet.

Nun war also die Suche eines neuen Zimmers angesagt. Das bedeutete schon einen gewissen Nervfaktor, weil es schon kurz vor Mitternacht war. Eine Stunde später konnten wir dann in ein passables Zimmer in einem anderen Hotel einziehen. Die Stimmung wurde wieder besser.

Heute morgen hatten wir uns das Red Fort als Ausflugsziel vorgenommen. Eigentlich wäre noch viel mehr drin gewesen. Aber wir sind beide gesundheitlich noch recht angeschlagen. Mehr war einfach nicht zu machen.

Die Fahrt von Pahar Gangj, der Altstadt von Delhi, bis zum Red Fort dauerte ca. 30 Minuten und kostete 150 Rupien. Das war ein fairer Preis.

Das Red Fort in Delhi ist ein imposanter Bau, welcher zwischen 1639 und 1648 vom Mogulkaiser Sha Jahan errichtet wurde.

Der Eintritt kostet für ausländische Touristen 500 Rupien pro Person. Eine lange Mauer aus rotem Stein umschließt das Fort.

Nach mehreren Sicherheitskontrollen erreichten wir endlich das Innere des Forts. Dort waren wir erst einmal sehr überrascht, denn statt historischer Gebäude wurden wir von einer langen Ladenstraße begrüßt.

Nach ein paar Minuten hatten wir es dann geschafft, der richtige Eingang in das Fort kam in Sichtweite.

Dann wurde es imposant. In weitläufigen Gärten gab es immer wieder historische Hallen und Gebäude aus rotem Stein oder weißem Marmor mit wundervollen Malereinen und Einlegearbeiten zu besichtigen.

Vor allem die Hallen aus weißem Marmor waren beeindruckend.

Morgen geht es dann noch Hause. Dann wird es noch einen Blogeintrag geben, in dem ich ein paar Tipps zu Indien und der Fotografie in Indien geben werde. Das wird teils fotografisch und teils technisch.

Wir hatten eine tolle Reise mit einigen, vor allem gesundheitlichen, Hindernissen. Indien ist ein phantastisches Land. Aber es gibt Dinge, die dem europäischen Touristen echt den Spaß verderben können. Elke hat dazu einen lustigen Blogeintrag gefunden: https://www.coconut-sports.de/asien/indien/skurrile-fakten-indien/.

Nachtrag

Unser letzter Abend in Indien sollte noch mit einem netten Abendessen in einem Roof-Top-Restaurant beschlossen werden. Davon gibt es in Pahar Gangj eine ganze Menge. Auf dem Weg dorthin habe ich meinem Spieltrieb freien Raum gelassen und mit Doppelbelichtungen an meiner keinen Olympus gespielt. Prompt kam eine Hochzeitsgesellschaft vorbei.

Das pulsierende Leben auf den Straßen von Delhis Altstadt ist auch immer wieder spannend für ein Fotomotiv. Vorausgesetzt, man hat schon ein reduziertes Hörvermögen. Wenn nicht, ist der Nervfaktor durch das Dauerhupkonzert extrem hoch.

Wir gingen also den Main Bazar immer weiter runter, bis wir an einer Kreuzung drei Roof-Top-Restaurants gefunden haben. Wir entschieden uns spontan für das Exotic Root Top Restaurant & Cafe. Besser hätten wir es nicht treffen können. Das Cafe ist ein Szene-Kaffe mit gechillter Musik und super leckerem Essen. Auch die Kellner sind sehr engagiert, was hier keine Selbstverständlichkeit ist. Sehr zu empfehlen sind die Käse-Spinat-Momos. Das ist die indische Variante der Maultaschen. Im Gegensatz zu den deutschen Maultaschen ist der Teig etwas dünner. Dafür ist die Füllung größer.

Vom Dach konnten wir noch einmal das Straßenleben von Pahar Gangj bei Nacht beobachten.

 

Sightseeing in Jaipur

Nach einigen Tagen, die ausgefüllt waren mit dem Besuch aller möglichen medizinischen Einrichtungen, um Elke wieder fit zu bekommen, konnten wir endlich wieder etwas unternehmen.

Apropos medizinische Einrichtungen: In öffentliche Krankenhäuser sollte man in Indien nicht gehen. Wir haben eines von innen gesehen und waren beide der Meinung, dass dies ganz sicher der letzte Ort ist, an dem man in seinem Leben hingeht. Die Flure und die Wände sind dreckig. Überall riecht es nach Kot und Urin. Alles wirkt völlig überfüllt und schmutzig.

Es gibt aber auch private Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäuser, die einen super modernen Eindruck machen. Aber wer sich das nicht leisten kann, ist auf das marode staatliche Gesundheitswesen angewiesen.

Auch die niedergelassenen Ärzte sollte man mit Vorsicht genießen. Elke hat innerhalb einer Woche vier richtig harte Antibiotika bekommen, obwohl ein Laborbefund keinen bakteriellen Befall nachweisen konnte. Nach dieser Tortur sind wir beide noch nicht zu 100 % auf den Beinen und müssen wohl in Deutschland erst einmal zum Arzt gehen. Der behandelnde Arzt war übrigens ein „Senior Professor“ an der hiesigen medizinischen Fakultät.

Nun aber wieder zu unserem Ausflug. Geplant war eine Tour zum Amber Fort und zum Tiger Fort. Beide liegen etwa 11 km außerhalb von Jaipur. Es empfiehlt sich früh zu starten, weil dann die Luft noch klar und die Hitze erträglich ist. Der Weg führte uns wieder einmal am Wasserpalast vorbei, der auf einem See zu schweben scheint.

Er wurde 1799 erbaut, ist aber derzeit nicht mehr bewohnt und kann auch nicht besucht werden.

Kurz vor dem Amber Fort begegnete uns noch eimal ein Schlangenbeschwörer mit einer indischen Kobra.

Bis dahin schienen sich die Dinge zu wiederholen. Als wir dann aber am Amber Fort ankamen, bot sich ein toller Anblick.

Am Fuß des Amber Forts liegt ein kleiner Teich, der zwar schön aussieht, aber einen sehr unangenehmen Geruch verbreitet. Schnell ergriffen wir die Flucht.

Für ungeübte Wanderer mag der zwanzigminütige Aufstieg etwas steil erscheinen. Vor allem die Hitze ist belastend. Dazu wird man permanent von aufdringlichen Händlern bedrängt.

Wer sich das nicht zutraut, kann für ca. 1000 Rupien auf einen Elefanten steigen und nach oben reiten.

Der Innenhof des Amber Forts sieht imposant aus und ist in einem sehr guten Zustand.

Es gibt einige kleine Kioske, wo man Snacks, Tee, Kaffee und Wasser bekommt. Die Preise sind fair.

Der erste Innenhof nach dem Eingang und die dahinter liegenden Arkaden können noch kostenlos besichtigt werden. Von den Arkaden aus hat man einen schönen Blick auf die hinter dem Fort liegenden Berge.

Will man tiefer in das Fort vordringen, werden für ausländische Touristen 500 Rupien pro Person fällig. Diese Investition lohnt sich aber, weil die weiter hinten liegenden Säulenhallen, Tempel und Palasträume wirklich sehenswert sind.

Von den Innenhöfen aus hat man auch einen schönen Blick auf die Landschaft und die Elefantenkarawanen, sie sich in den Palast wälzen.

Auch einiges Grün ist zu sehen, was in der trockenen Landschaft eine Wohltat für die Augen ist.

Auf dem Weg zurück passierten wir noch einen Musikanten, der ganz einsam auf den Felsen eine ganz faszinierende indische Musik spielte.

Jetzt ging es weiter zum Tiger Fort. Bei einem Zwischenstopp an einem Kiosk mussten wir unsere frisch erworbenen Chipstüten gehen ziemlich freche Vögel verteidigen.

Der Blick vom Tiger Fort hinunter nach Jaipur war bei der klaren Luft atemberaubend.

Sehr sehenswert waren die Zisternen, in denen früher während der Monsunzeit das Regenwasser gesammelt und gefiltert wurde. In der Trockenzeit war so das Fort mit Wasser versorgt.

Der Eintritt in das Tiger Fort kostet 200 Rupien für ausländische Touristen. Wenn man den Kristall-Saal sehen möchte, muss man als Ausländer noch einmal 700 Rupien bezahlen. Dafür kann man dann auch noch die Skulpturen-Sammlung besichtigen und hat Zugang zum inneren Teil des Tiger Forts. Das war uns dann doch etwas teuer und wir haben darauf verzichtet.

Noch ein paar Worte zu Jaipur und dem hiesigen Geschäftsgebaren. Auch wenn Jaipur die Schmuckhauptstadt von Indien ist. Man sollte hier lieber keinen Schmuck und auch keine Textilien kaufen. Es sei denn, mann kann knallhart verhandeln.

Die Rikschafahrer arbeiten eng mit den hiesigen Unternehmen und Händlern zusammen. Manchmal wird man zu einer angeblichen Kooperative geführt, die Witwen beschäftigt, ein anderes Mal wird man einem angeblichen Guru vorgestellt, der in Wahrheit ein Schmuckhändler ist und „heilende“ Steine verkaufen will. Dabei wird gnadenlos das soziale Gewissen und das Interesse der Europäer an der indischen Spiritualität ausgenutzt, um völlig überteuerte Waren aller Art zu verkaufen. Auch ist oft nicht zu verifizieren, ob der angebotene Schmuck echt ist. Hier muss man sehr wachsam sein.

Hawa Mahal und City Palace

Der Tag sollte mit einem Arztbesuch starten, weil es Elke noch immer nicht gut geht. Damit mussten wir dann bis heute Abend warten, weil der Arzt gegenüber unserer Unterkunft den Tag über im Krankenhaus arbeitete.

Nach einer kleinen Stärkung mit einem Chai sind wir in die Stadt aufgebrochen. Wir wollten mindestens die Märkte für den Schmuck, das Hawa Mahal und den City Palace anschauen. Die Fahrt führte also nach Pink City, der Altstadt von Jaipur. Der Name Pink City rührt von den pink gestrichenen Häusern her. Dazu gibt es zwei Überlieferungen: Die Eine besagt, dass damit einfach die marode Bausubstanz übertüncht werden sollte, der anderen Überlieferung nach wurde dies von einem der letzten Maharadschas zu Ehren der Krönung eines englischen Königs angeordnet. Wie auch immer: Der Eingang zur Altstadt sah schon mal schön aus:

Das mit den Märkten gestaltete sich schwierig, weil die meisten Geschäfte noch geschlossen waren. Eigentlich hätten wir das uns das einen Tag nach Holi auch denken können. Also führte uns unser Weg sehr direkt zum hAwa mAhal, dem Palast der Winde. Dieser Palast wurde für die Hofdamen eines Maharadschas errichtet, damit diese das Treiben auf der Straße verfolgen konnten, weil die Hofdamen den Palast nicht verlassen durften.

Sehr schön gestaltete Säulengänge lagen vor den Balkonen.

Jedes der vielen Fenster, aus denen die Hofdamen das Treiben auf der Straße verfolgen konnten, war individuell gestaltet.

Vom der obersten Etage bot sich ein wunderschöner Ausblick auf den gesamten Palast.

Die Temperatur war mittlerweile bei 30 Grad angekommen. Höchste Zeit für einen kühlen Drink auf dem Dach eines kleinen Kaffes gleich gegenüber dem Hawa Mahal. Von dort bot sich eine schöne Perspektive auf den gesamten Palast,

Weiter ging es zum City Palace. Leider galt dort mein „Composite Ticket“ nicht, was den Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten in Jaipur abdeckt und zwei Tage lang gilt. Der Preis von 1000 Rupien ist für indische Verhältnisse schon ordentlich. Umso enttäuschter war ich, dass ich noch einmal 500 Rupien berappen sollte. Aber die Sache war es wert. Der Citi Palace zeigte sich in beeindruckender Architektur.

Im Zentrum eines weitläufigen Hofes befindet sich eine überdachte Halle, in dem früher vom Maharadscha und seinem Gefolge alle wichtigen Entscheidungen getroffen wurden.

Der Eingang zu diesem Hof wird von zwei schönen Elefanten aus Stein eingefasst, von denen hier einer zu sehen ist.

Im City Palace selbst befinden sich mehrere tolle Museen, die sich vor allen Dingen mit indischer Kultur und Geschichte beschäftigen.

Die Bilder vom heutigen Tag wurden von mir alle mit einer Olympus E-PL8 und einem 14-22 mm-Objektiv aufgenommen. Das hat mir die Schlepperei meiner großen Ausrüstung erspart, was bei der Hitze hier eine echte Erleichterung war.

Wir hoffen ja, dass es uns morgen besser geht und wir es dann zu den Forts außerhalb der Stadt schaffen. Es lohnt sich also, weiter zu lesen.

Holi in Jaipur und Elefantenritt

Die Abreise von Varanasi und die Ankunft in Jaipur war wie der Übergang vom Mittelalter in die Moderne. Alles sieht auf einmal viel sauberer aus. Es gibt gute, asphaltierte Straßen, geschmückte Gärten… Unser AirBnB-Hotel The Haveli Home Stay ist richtig schön und es gibt hier sogar den ganzen Tag etwas zu essen. Unsere Stimmung ist rapide gestiegen, auch wenn wir noch nicht ganz fit sind. Unser Magen wird besser, dafür haben wir uns eine heftige Erkältung eingefangen.

Früh morgens sind wir aus dem Haus, um das Elefantenfest zu besuchen. Wir hatten ja schon gelesen, dass aus Tierschutzgründen dieses Fest nur noch mit ganz wenigen Elefanten durchgeführt wird. Was wir dann entdeckten, waren kostümierte Inder, (tolle) indische Musikgruppen und Touristen, die in weißer Einheitskleidung – und zum Teil maximal spritzgeschützt – versuchten, zu indischer Musik zu tanzen.

Da war bei mir massives Fremdschämen angesagt. Mit den Leuten wollte ich nicht in eine Schublade gesteckt werden.

Nach wenigen Minuten ergriffen wir die Flucht und fragten einen Rikschafahrer, wo richtig Holi gefeiert wird. Zwanzig Minuten später kamen uns die ersten richtig bunten Gesichter entgegen.

Unser Ziel war der nahegelegene Krishna-Tempel, wo die zentrale Holi-Zeremonie stattfinden sollte. Auf dem Weg dorthin amüsierten wir uns über eine Kuh, die von allen Vorbeikommenden ebenfalls mit bunter Farbe beworfen wurde. Elke konnte es sich nicht nehmen lassen, es ihnen gleich zu tun.

Vor dem Tempel gab es viele Stände, an denen man Farbe kaufen konnte. Wir kauften uns auch zwei Päckchen und stürzten uns ins Getümmel. Doch wir kamen kaum voran. Buchstäblich nach jedem Schritt hörten wir „Happy Holi!“und wir erwiderten den Gruß, gegenseitiges Bemalen mit Farbe inbegriffen. Wir mussten für unzählige Selfies und Liveübertragungen zu Facebook herhalten, da wir zu den ganz wenigen Touristen an diesem Ort gehörten. Das Bemalen mit Farbe ist dabei nicht nur ein Spaß, sondern bedeutet vor allen Dingen eine Segnung des anderen. Dabei schaut jeder dem anderen mit einem Lächeln tief in die Augen.

Im Krishna-Tempel angekommen, bot sich uns ein kaum zu beschreibender Anblick.

Die Luft war voller Musik und Farbstaub. Immer wenn die Holi-Zeremonie etwas fortschritt, brach die Masse in frenetischen Jubel aus. Die Geräuschkulisse erinnerte eher an ein Fußballstation als an einen Tempel.

Überall waren glückliche und jubelnde Menschen zu sehen.

Selbst die Polizei konnte und wollte sich nicht mehr der vielen Farbe erwehren.

Am Ende war alles in einen lila-rötlichen Farbmatsch getaucht. Elke war kaum mehr zu erkennen.

Nach etwa zwei Stunden gingen wir raus. Wir wollten ja noch immer das Elefantenfest sehen, das wir noch immer nicht gefunden hatten. Also fragten wir den erstbesten Rikschafahrer, der uns dann zwar nicht zu diesem Fest gefahren hat, sondern zu seinem Cousin, der für mehrere Elefanten sorgt. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Wasser-Palast vorbei.

An beeindruckenden Forts vorbei, kamen wir dann endlich an.

Die geschmückte Elefantendame Lakshmi (die hinduistische Göttin des Glücks und der Liebe) wurde uns vorgeführt, auf der wir dann zum stolzen Preis von 3000 Rupien auch eine halbe Stunde reiten durften. Dafür hatten wir sie ganz privat und ohne den üblichen Korb und durften sie auch ausgiebig knuddeln.

Das war beeindruckend, aber nicht wirklich bequem. Sanft schaukelnd spazierten wird durch den kleinen Vorort von Jaipur.

Fotografisch war dieser Tag eine meiner härtesten Herausforderungen. Extreme Kontraste im Tempel, Farbstaub, vor dem ich meine Linse schützen musste, und eine Vielfalt von Farben, mit der auch meine EOS 5D Markt IV echt zu kämpfen hatte. Ein Segen war, dass diese Kamera und mein 24-70mm-Objektiv staub- und spritzwassergeschützt ist. So musste ich nur dafür sorgen, dass meine Linse sauber blieb.

Morgen geht es zu diversen Forts. Bleibt also dran…

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