Fotografieren in Indien – Tipps und Tricks

Fotografieren in Indien – Tipps und Tricks

Das ist jetzt mein letzter Beitrag zum Thema Indien 2018. Wie angekündigt, gibt es jetzt keine Bilder, sondern einige Tipps und Tricks.

Gesundheit

Zu allererst: Achtet auf Eure Gesundheit!!! Ich selbst habe eine einzige Unvorsichtigkeit in Indien mit wochenlangem Unwohlsein und einem langen Krankenhausaufenthalt in Deutschland bezahlt. Die Grundregeln sind:

  • Eßt keine tierischen Produkte und auch keine Eier wegen der Salmonellen- und Typhusgefahr. Auf Grund der allgegenwärtigen Resistenzen helfen auch Typhus-Impfungen nur eingeschränkt.
  • Eßt kein frisches Gemüse, denn das wird oft mit menschlichen Fäkalien gedüngt. Ideal für die Übertragung von Infektionen und Parasiten.
  • Trinkt nur aus geschlossenen Verpackungen.
  • Putzt Euch die Zähne nur mit Mineralwasser aus geschlossenen Flaschen.
  • Trinkt keine Getränke mit Eiswürfeln.

Wenn Ihr das beherzigt, dann habt Ihr eigentlich nichts zu befürchten.

Unterkünfte

Bei Hotels sollte man sehr genau hinschauen. Vor allen Dingen in großen Städten. Die Preise sind vergleichsweise hoch und die Qualität dafür niedrig. Ab umgerechnet 50 € pro Nacht wird es dann langsam besser.

Die besten Erfahrungen haben wir mit AirBnB gemacht. Die Unterkünfte waren durchweg sauber und großzügig und die Gastgeber immer sehr freundlich und hilfsbereit. Dazu waren die Unterkünfte vergleichsweise viel günstiger als die Hotels.

Fotoausrüstung

Als sehr praktisch hat sich mein handgepäcktauglicher Fotokoffer erwiesen. Obwohl er viel schwerer war, als erlaubt, gab es nie Probleme bei der Abfertigung am Flughafen. Auch das Ein- und Auspacken aller Einzelteile bei der Abfertigung geht sehr schnell von der Hand. Für Unternehmungen vor Ort kann man sich dann noch einen kleinen Fotorucksack oder eine Tasche zum Umhängen mitnehmen.

Auch wenn eine große Kamera und große Objektive für hochwertige Bilder sorgen: Für die Reise sind sie ungeeignet. Es sei denn, Ihr habt einen Assistenten dabei, der beim Tragen hilft.

Viel besser macht sich eine kleine Systemkamera mit hochwertigen Objektiven. Hier reichen eigentlich drei Optiken, um alles abzudecken:

  • Ein Normal-Zoom,
  • ein Tele-Zom und
  • ein Weitwinkel-Zoom.

Wer Makroaufnahmen machen will, kann auch noch ein Makroobjektiv einpacken. Von den sogenannten Reisezooms halte ich gar nichts. Die Bildqualität ist auch bei teuren Modellen eher bescheiden. Auf Grund der schlechten Lichtstärke sind die Möglichkeiten zur Bildgestaltung stark eingeschränkt.

Ebenso sollte immer ein kleiner Blitz zum Aufhellen bei Gegenlicht und und für die Nacht dabei sein. Eine leichtes Reisestativ aus Carbon ist immer eine Empfehlung wert.

Ganz wichtig: Tücher aus Mikrofaser und ein Blasebalg zum Reinigen von Objektiven und Sensor.

Computer und sonstige Technik

Die wichtigste Regel: Alle Daten doppelt oder dreifach und an verschiedenen Orten aufbewahren. Am Ende des Tages importiere ich meine Daten immer auf eine SSD oder Festplatte. Eine zweite Festplatte dient der Datensicherung. Ich benutze dafür am Mac TimeMachine.

Mein neues MacBook mit i7-Prozessor hat sich auf der Reise wunderbar bewährt. Es wiegt fast nichts und ist trotzdem ein vollwertiger Computer auf dem sowohl Lightroom als auch Capture One flüssig laufen. Apropos RAW-Converter: Apple Fotos wird zwar langsam erwachsen, ist aber lustigerweise auf einem MacBook nicht zu gebrauchen. Die Performance ist unterirdisch und Abstürze sind an der Tagesordnung.

Clouddienste kann man komplett vergessen. Meist ist nur ein WLAN auf Mobilfunkbasis vorhanden, was man sich mit vielen Leuten teilen muss. Die dabei verfügbare Bandbreite lastet man mit den Fotos eines Tages für mehrere Tage komplett aus. Permanente Verbindungsabbrüche sind an der Tagesordnung. Besser ist es, alles lokal zu speichern und zu Hause in die Cloud zu laden.

Thema Stromversorgung: Meine ganze Stromversorgung läuft über USB. Das hat viele Vorteile:

  • Ich brauche nur ein Ladegerät für Notebook und Fotoausrüstung.
  • Ich kann bei Stromausfällen über Powerbanks weiter arbeiten.
  • Ich benötige nur eine Steckdose.
  • Powerbanks kann ich bei längeren Stromausfällen über en faltbares Solarpanel aufladen.

Tipps zum Fotografieren

Das Licht in Indien ist nur sehr schwer zu beherrschen. Man hat mit einem extremen Dynamikumfang, harten Lichtern und harten Schatten zu kämpfen. Eine Möglichkeit ist, dass harte Licht zur Bildgestaltung zu nutzen.

Ein kleiner Aufhellblitz sollte immer auf der Kamera stecken, weil Gesichter sonst regelmäßig zu dunkel geraten.

Eine andere Möglichkeit ist es, die frühen Morgenstunden oder die Zeit kurz vor und nach Sonnenuntergang zu nutzen. Da wir uns in Indien aber sehr nah am Äquator befinden, bleibt da nicht viel Zeit.

Ein weiteres Thema ist vor allem in Städten der allgegenwärtige Smog. Ein Polfilter schafft etwas Abhilfe. Doch auch hier kann frühes Aufstehen helfen.

Wer gern Menschen fotografiert, ist in Indien genau richtig. Kaum einer hat etwas dagegen, fotografiert zu werden. Oft wird man sogar nach einem Foto gefragt. Frauen sind oft etwas zurückhaltender. Aber eine freundliche Bitte wird auch hier nur selten ausgeschlagen.

Indien ist staubig. Das merkt man spätestens dann, wenn man das erste Mal ein Objektiv gewechselt hat. Die ständige Reinigung von Sensor und Spiegel mit einem Blasebalg ist Pflicht. Ansonsten hat man im Nachhinein viel Arbeit, die entstandenen Sensorflecken von den Bildern zu entfernen.

Posted on: März 18, 2018GerdGruhn

Kommentar verfassen