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Abiball Fotografie

Der Sommer ist rum und es sind in der Zwischenzeit viele tausend Bilder entstanden. Ganz viele davon auf Abibällen. Also Grund genug, mal darüber zu schreiben.

Gleich vornweg. Diese Art der Fotografie ist sicher nichts für jedermann. Man fährt viel rum, muss eine Mange Ausrüstung schleppen und dann sind möglichst innerhalb eines Tages mehrere tausend Bilder zu bearbeiten. Jede Location bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Mal ist der Platz knapp, dann wieder ist es unerträglich heiß oder die Steckdosen für die Blitze funktionieren nicht. Innerhalb von 4 bis 6 Stunden, entstehen tausende Portraits und Gruppenbilder. Dabei sollte auch noch jeder Shot sitzen. Aber der Stress lohnt sich. Selten sieht man so viele glückliche und toll zurecht gemachte Menschen auf einmal und die Stimmung hat mich als Fotograf auch jedes Mal mitgerissen, so dass die Zeit jedes mal wie im Fluge verging.

Aber fange ich mal ganz von vorn an. Bei der Ausrüstung.

Ein absolutes Muss ist ein zusammenklappbarer Handwagen. Wenn ihr den nicht dabei habt, werdet Ihr es spätestens nach einer halben Stunde bereuen, wenn Ihr Euer Auto ausräumt. Natürlich sollte ein Hintergrund dabei sein und ordentliche Blitze. Ich habe als Hauptblitz einen 1000 Ws-Blitz und als Blitz an den Seiten für Streiflicht zwei Blitze mit 300 Ws eingesetzt. Da hätte es aber auch gerne etwas mehr sein können.

Die Arbeit im mobilen Studio ist das Eine. Los geht es fast immer mit den Gruppenbildern. Und da wird es oft spannend, weil man eine gute Location braucht. Die gute Location hatte ich eigentlich immer schnell gefunden. Aber oft kam die Sonne von vorne, sodass ich blitzen musste. Zwei starke Aufsteckblitze auf einem Stativ und mit Funkauslöser (wegen der Sonne) sind da echt hilfreich.

Zurück ins mobile Studio. Leider habe ich noch keine Blitzköpfe mit LED-Licht. So sind ich und meine Models des öfteren heftig ins Schwitzen gekommen. Gold wert ist es dann, wenn man in einem Foyer arbeiten kann. Aber das geht halt nicht immer.

Das Schöne an der Abiballfotografie ist, dass die Abiturienten und Ihre Familien die Fotos wirklich wollen. Ich habe immer so schnell gearbeitet, wie ich konnte. Aber die Bildung von Schlangen konnte ich fast nie verhindern. Das zeugt aber auch von Wertschätzung für die Arbeit des Fotografen und dadurch kommt der Spaß bei der Arbeit nicht zu kurz.

Permanent muss man sich als Entertainer betätigen. Manche Models sind Naturtalente und anderen ist nur mit größter Mühe ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern Das wird aber mit fortschreitendem Abend auch leichter. Auf jeden Fall sollte man richtig gute Stimmbänder mitbringen oder gute Halspastillen dabei haben, denn man ist ständig am Reden und muss die Musik aus dem Saal übertönen.

Fast alle Bilder habe ich mit einer Canon EOS 5D Mark IV und einem 24-70 mm L-Objektiv gemacht. Nächstes Jahr werde ich wohl ein Objektiv mit einem noch größeren Zoombereich einsetzen. Das spart viel Laufarbeit.

Die richtige Arbeit geht dann zu Hause los. 2000 bis 4000 Bilder sind nach Möglichkeit innerhalb eines Tages zu bearbeiten und bereitzustellen. Das geht nur mit einem richtig schnellen Rechner mit SSD, dem Ausreizen aller Lightroom-Tricks (Presets) und einer ganz schnellen Internetleitung.

Diese Art der Fotografie ist Stress pur, macht aber auch richtig Spaß.

Das war jetzt genug Text. Hier noch ein paar Bilder:

Veröffentlicht in Gerds Fotoblog

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